Ausgewiesene Geisteswissenschaftler und Geisteswissenschaftlerinnen, welche einerseits auf die eine oder andere Art biographisch involviert sind, andererseits sich schon bald über zwei Jahrzehnte mit spezifischen theoretischen Modellen und wissenschaftlichem Anspruch mit der jugoslawischen Problematik auseinandergesetzt haben, fokussieren aus ihrer jeweils spezifischen theoretischen Warte die Ereignisse und deren problematische Diskursivierung. Dabei stehen diskurs-, feld- und systemtheoretische, aber auch raumnarratologische, bildkritische und historiographische Ansätze im Vordergrund. Obwohl die Beitragenden die meisten Nachfolgestaaten abdecken, verstehen sie sich gerade nicht als Vertreter und Vertreterinnen der Politik ihrer ursprünglichen Herkunftsländer, sondern verschreiben sich ganz der kritischen Sichtung, um eine gemeinsame Sicht jenseits von Nationalismus und Jugonostalgie zu entwickeln, die für die systematische und verbindliche Aufarbeitung der Traumata der Transition zwischen 1991 und 1999 fundamental sein wird.
Das Ziel des Projekts besteht in einer Aufarbeitung der postjugoslawischen Kriege in einem sowohl historisch als auch wissenschaftlich breiteren Kontext, der ermöglicht, den Zusammenhang von theoretischer Modellierung und persönlicher Erfahrung auf eine anschauliche Art und Weise zu reflektieren. Obwohl die Beiträge ihre wissenschaftliche Optik durchwegs pflegen, sollen diese allgemein verständlich und anschaulich formuliert sein, um sich an ein breiteres kultur- und politikinteressiertes Publikum zu richten. Ein intelligentes und ansprechendes Design mit Fotografien soll die Beiträge in der geplanten Buchpublikation ergänzen. Die Monographie soll gleichzeitig auf Deutsch und auf Bosnisch/Kroatisch/Serbisch erscheinen und sowohl im deutschsprachigen Raum als auch auf dem ganzen Gebiet von Ex-Jugoslawien vorgestellt werden.
The conference is supported by Alexander von Humboldt Foundation.