50 / PHILOLOGIE UND PHILOSOPHIE IN DER FRÜHROMANTIK II

3 – 8 June 2013        Send to printer


Course directors

Tomislav Zelić, University of Zadar, Croatia
Ulrich Breuer, Johannes Gutenberg University Mainz, Germany
Jure Zovko, University of Zadar/University of Zagreb, Croatia


Course description:

Kursbeschreibung

Philologie und Philosophie in der Frühromantik II

Die Zukunft der Philologien lässt sich am ehesten durch den Ausbau des

Verhältnisses ihrer wechselseitigen Abhängigkeit von den Medien- und

Kulturwissenschaften sichern. Dieses Verhältnis ist in der wesentlich

älteren Relation von Philosophie und Philologie modellhaft vorgebildet.

Damit kann auf eine Debatte zurückgegriffen werden, die in der frühen

Neuzeit mit Descartes und Vico Konturen gewinnt und in der Frühromantik

einen signifikanten Höhepunkt bei F. Schlegel, Schleiermacher, Fichte und

Jean Paul erreicht. Ihre Spuren finden sich bei Nietzsche wieder, der in

seiner Person Philologie und Philosophie vereint. Sie führen im 20.

Jahrhundert über die literarische Hermeneutik und Dekonstruktion bis zur

philosophischen Konstellationsforschung und den aktuellen Debatten über

die Philologie.

Der Studienkurs will im Rückgriff auf F. Schlegels fragmentarisch

dargestelltes Konzept einer „Philosophie der Philologie” das Verhältnis

von Philologie und Philosophie in der Frühromantik untersuchen. Er

schließt damit an den Kurs Philologie und Philosophie in der Frühromantik

I an, der vom 29.5. bis 2.6.2012 am IUC durchgeführt worden ist. Zu den

Ergebnissen dieses Kurses gehörte die Einsicht, dass das Thema auch die

methodologische und performative Ebene seiner Objektivierung betreffen

muss. Zu diesem Zweck soll nun der Begriff der Kritik (verstanden als

wertsetzende Unterscheidung) sowie der zugehörige Akt des Urteilens ins

Zentrum gerückt werden. Kritik hat in der Philologie und der Philosophie

um 1800 eine jeweils andere – hier praktisch/performative, dort

theoretisch/methodologische – Dimension, deren Unterschiede und deren

untergründige Konvergenzen herausgearbeitet werden sollen. In Beiträgen zu

Begriff und Praxis der Kritik in Schlegels (jüngst von Samuel Müller

mustergültig neu edierten) Heften Zur Philologie, die auch den Einflüssen

und Konkurrenzprojekten u.a. von Spinoza, Winckelmann, Lessing, Hamann,

Wilhelm von Humboldt und Edward Said nachgehen, soll das Thema weiträumig

kontextualisiert und in seinen vielfältigen Aspekten erschlossen werden.

ECTS: 3 Punkte für die aktive Teilnahme


Course lecturers

Asko Nivala, University of Turku, Finland
Tomislav Zelić, University of Zadar, Croatia
Jure Zovko, University of Zadar/University of Zagreb, Croatia
Yvonne Hütter, Ludwig Maximilians University of Munich, Germany
Johannes Korngiebel, Friedrich-Schiller-University Jena, Germany
Maren Jäger, University of Duisburg-Essen, Germany
Johannes Ullmaier, Johannes Gutenberg University Mainz, Germany
Robert Leventhal, College of William and Mary, United States
Ulrich Breuer, Johannes Gutenberg University Mainz, Germany


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