8 / POLITISHE THEORIE


14 – 18 September 2015   print this page

Course directors:

Nenad Zakošek, University of Zagreb, Croatia
Davor Rodin, University of Zagreb, Croatia
Hans Vorländer, TU Dresden, Germany


Course description:

Was will das Volk? Protest und demokratische Willensbildung in der Demokratie

Der diesjährige Sommerkurs „Politische Theorie“ in Dubrovnik wird vom 14. bis zum 18. September 2015 stattfinden und möchte sich mit der Frage auseinandersetzen, auf welche Weise die in jüngster Zeit immer deutlicher in Erscheinung tretenden Formen bürgerlichen Protestes demokratietheoretisch einzuordnen und zu bewerten sind. Nicht nur die unter dem Namen „Pegida“ sich versammelnden Montagsdemonstrationen in Dresden und anderen deutschen Städten, sondern auch die bürgerlichen Aktionsformen gegen autoritäre Strukturen in den Gesellschaften Osteuropas verweisen auf die Aktualität dieses Themas, das für die sozialwissenschaftliche Forschung ein breites Spektrum von neuen Fragen aufwirft.

Die Interpretationen dieser Ereignisse sind vielfältig: So wird politischer Protest von den einen als partizipative Erneuerung der Demokratie begrüßt, der der den demokratischen Prozess um Alternativen bereichert und strukturell benachteiligten Minderheiten zu neuen Ausdrucksformen verhilft. Andere hingegen sehen die Funktionsbedingungen einer Demokratie bedroht, sobald legitime Ergebnisse des parlamentarischen Willensbildungsprozesses unter Verweis auf den vermeintlich „wahren“ Bürgerwillen in Frage gestellt werden – besonders wenn dadurch fremdenfeindlichen und rechtspopulistischen Meinungsträgern eine Plattform gegeben wird. Beide Interpretationen verweisen dabei auf einen Wandlungsprozess des parlamentarisch-demokratischen Systems, in dem die herkömmlichen Formen demokratischer Repräsentation ihren Anschluss an die gesellschaftliche Lebenswelt zu verlieren drohen.

Welche Konsequenzen lassen sich aus diesem Wandlungsprozess ableiten? Gehört Protest zum Normalbetrieb der Demokratie oder ist er eine Krisenerscheinung? Welche Ähnlichkeiten, welche Unterschiede zwischen den Protestformen in der Bundesrepublik und in den osteuropäischen Ländern lassen sich beobachten? Auf welche Weise können direkte und repräsentative Formen demokratischer Willensbildung miteinander in einen Einklang gebracht werden?

Auf diese Fragen möchte der Sommerkurs eine Antwort finden, der unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Vorländer (Dresden), Prof. Dr. Nenad Zakošek (Zagreb) und Prof. Dr. Davor Rodin (Zagreb) vom 14. – 18. September 2015 in Dubrovnik stattfinden wird. Die Teilnehmer setzen sich aus Hochschullehrern, Dozenten und Studenten aus deutschen, kroatischen und schweizerischen Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Die Dresdner Studenten erhalten zudem die Möglichkeit, im Rahmen eines Kompaktseminares Leistungsscheine zu erwerben. Im Verlauf des einwöchigen Sommerkurses werden täglich mehrere Impulsreferate der Teilnehmer gehalten, an die sich jeweils eine ausführliche, interdisziplinär geführte Diskussion anschließt. Insbesondere den Studenten soll dadurch ermöglicht werden, durch den unmittelbaren Austausch mit internationalen Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen ihre politikwissenschaftlichen Kenntnisse zu vertiefen. Der Tagungsort Dubrovnik bietet ihnen darüber hinaus die Gelegenheit, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse mit Einblicken in die europäische Kulturgeschichte zu verknüpfen


Course lecturers:

Hrvoje Špehar, University of Zagreb, Croatia
Nenad Zakošek, University of Zagreb, Croatia
Višeslav Raos, University of Zagreb, Croatia
Davor Rodin, University of Zagreb, Croatia
Christian Wochst, TU Dresden, Germany
Enno Rudolph, University of Luzern, Switzerland
Hans Vorländer, TU Dresden, Germany